Inflation – Was bedeutet das eigentlich?

Der Begriff Inflation ist seit vielen Jahren immer wieder in den Medien zu hören und deshalb für viele kein Fremdwort mehr – doch was genau bedeutet nun Inflation, was sind die Gründe dafür und welche Auswirkungen hat etwa eine steigende Inflationsrate auf Sparer? Wir werfen einen Blick darauf.

Was bedeutet Inflation?

Der Begriff Inflation stammt aus der Volkswirtschaftslehre und beschreibt die allgemeine Preissteigerung in einem Land. Dabei geht es nicht um Preisschwankungen einzelner Produkte im Supermarkt oder Dienstleistungen, sondern um das gesamte Preisniveau (etwa in Österreich) – steigt dieses, spricht man von Inflation.

Wissenswert: Seinen Ursprung hat der Begriff im lateinischen Wort „inflare“, was so viel wie „aufblähen“ oder „größer werden“ bedeutet.

In Österreich lag die Jahresinflation gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) 2016 bei 0.9 % - das heißt, die Preise im Land – etwa für Lebensmittel, Dienstleistungen oder kulturelle Angebote – sind im Vergleich zum Jahr davor im Schnitt um 0.9 % gestiegen. Für 2017 wird eine Teuerungsrate von 1.5% prognostiziert (Quelle: WKO).

Warum gibt es Inflation?

Wie kommt Inflation überhaupt zustande? Die jährliche Inflationsrate – also jener Prozentsatz, um den das allgemeine Preisniveau eines Landes innerhalb eines Jahres steigt – wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Zum Beispiel, wenn die in einem Land vorhandene Menge an Geld und Vermögen ansteigt, ohne dass das Angebot an Waren und Dienstleistungen ebenfalls erhöht wird. Die Folge: Die Nachfrage der Konsumenten übersteigt das Angebot und es kommt zu Preissteigerungen. Ebenfalls starken Einfluss nehmen Energie- und Treibstoffpreise, Preise im Bereich Im- und Export sowie politische Hintergründe.

Wissenswert: Das Gegenteil zur Inflation ist übrigens Deflation, das heißt: Das allgemeine Preisniveau im Land sinkt, wodurch der Wert unseres Geldes steigt. In der heutigen Wirtschaft kommt dieses Phänomen jedoch deutlich seltener vor als die Inflation.

Welche Auswirkungen hat Inflation?

Steigt das allgemeine Preisniveau eines Landes, verringert sich dadurch die „Kaufkraft“ und der Wert des Geldes, das wir etwa in der Geldbörse, auf Sparkonten oder unter dem Kopfkissen haben. Konkret bedeutet das, dass man für einen Euro weniger kaufen kann, als etwa noch vor 2 oder 3 Jahren. Dies führt dazu, dass unser Geld von Jahr zu Jahr an Wert verliert, trotz gleichbleibender Menge. Oder anders ausgedrückt: Aufgrund der Inflation bekomme ich für einen ausgegebenen Euro im Jahr 2017 weniger, als noch im Jahr 2016.

Wer berechnet die jährliche Inflationsrate und wie?

In Österreich wird die Inflationsrate durch die Statistik Austria erhoben und publiziert. Die Berechnung der Inflationsrate gleicht einem standardisierten Verfahren – Dabei wird ein imaginärer Warenkorb, bestehend aus verschiedensten Waren und Dienstleistungen, zusammengestellt. Dieser Warenkorb soll den durchschnittlichen österreichischen Konsumenten und dessen Einkaufsverhalten repräsentieren. So werden Insgesamt rund 700 Produkte aus den Bereichen Lebensmittel, Kleidung, Kultur, Wohnen uvm. herangezogen, um einen Durchschnittswert (Preisindex) zu ermitteln. Vergleicht man diesen Index – etwa auf Jahresbasis – kann die Veränderung zum Vorjahr erhoben werden. Eine Rate von 1% würde also beispielsweise bedeuten, dass die Preise in einem Land im Jahresdurchschnitt um 1% gestiegen sind. Oder anders ausgedrückt: Mein Geld ist 1% weniger wert als noch im Vorjahr, ich bekomme also weniger Leistungen für die gleiche Menge an Geld.

Inflation – Der Feind für Sparer

Auch für Sparer bedeutet eine hohe Inflation nichts Gutes, weil der Wert des Geldes, welches wir etwa in einem Jahr angespart haben, wieder um die Inflationsrate sinkt. So knabbert die Inflation förmlich an unseren auf Tagesgeldkonten, Sparbüchern oder anderen Anlageformen gebunkerten Geldreserven und dezimiert diese Jahr für Jahr. Beispiel: Legen wir einen fixen Betrag- etwa 100.000 € - für 12 Monate festverzinslich an und bekommen dafür 1 % Zinsen, hätten wir am Ende dieses Jahres ein Guthaben von 101.000 € zur Verfügung. Berücksichtigt man jedoch, dass das allgemeine Preisniveau während des Jahres um 0.90 % angestiegen ist, bleibt von den eigentlich gewonnen Zinsen kaum etwas übrig. Umso wichtiger ist es, dass Sparer deshalb – insbesondere beim langfristigen Sparen – darauf achten, ihr Geld bei einem Anbieter mit vergleichsweise attraktiven Zinsen anzulegen. Sparpläne und eine Mischung aus kurz- und langfristigen Sparformen helfen dabei, möglichst ertragreich zu sparen.